Geschichte der Grünen in der Schweiz
Die Konsolidierung der Grünen Partei der Schweiz (GPS)
In der Folge erlebte die "Föderation der grünen Parteien der Schweiz" einerseits Erweiterungen um neue Mitgliedgruppen und andererseits eine organisatorische Verfestigung. So kamen bis zu den Wahlen 1987 zu den fünf Gründungssektionen weitere vier kantonale Parteien hinzu: drei neugegründete (Grüne Partei Thurgau, Freie Liste Bern und Movimento ecologista ticinese) sowie die Demokratische Alternative Bern, die von der Grünen Alternative zur Föderation übertrat. Ihre organisatorische Konsolidierung zeigte die Föderation 1986 durch die Änderung des Namens in Grüne Partei der Schweiz (GPS) an. Die Wahlen 1987 brachten beiden grünen Gruppierungen einen massiven Stimmenzuwachs: die GPS erreichte mit 5.1 Prozent neun Sitze im Nationalrat, das Grüne Bündnis Schweiz (GBS), wie sich die Grün-Alternativen nun nannten, erhielt je einen Sitz im Aargau und Baselland. Der Aargauer Nationalrat trat der Fraktion der Grünen Partei der Schweiz bei.
Nach 1987 nahm die Entwicklung beider grüner Organisationen einen unterschiedlichen Verlauf. Das Grüne Bündnis Schweiz entschied sich für eine Sammelbewegung der grünen Parteien mit den Resten der progressiven und sozialistischen Organisationen in der Schweiz. Intern war aber diese Entscheidung umstritten. Ein Teil des GBS strebte eine engere Zusammenarbeit mit der GPS an. Eine Schlüsselrolle nahmen diejenigen Kantonalparteien ein, welche bereits einen Nationalratssitz erobert hatten oder welche sich für die nächsten Wahlen grosse Chancen ausrechnen konnten. Diese Gruppe um die Grünen Aargau, die Grünen Bündnisse von St.Gallen und Luzern sowie später auch die Grünen Baselland wollte eine Annäherung, wenn möglich sogar eine Fusion mit der GPS. Dies vor allem, weil sie für eine gemeinsame grüne Fraktion im Nationalrat votierten und gegen eine Verbindung mit den Progressiven Organisationen Schweiz (POCH) oder der Partei der Arbeit (PdA). Ihnen gegenüber stand eine Reihe von GBS-Mitgliedern, welche aus ideologischen Gründen Distanz zur GPS und Nähe zu linken Gruppierungen wahren wollten.
Seit Februar 1988 fanden Fusionsgespräche zwischen beiden grünen Organisationen statt. Sie scheiterten aber im Mai 1990. Bereits zuvor waren die Grünen Aargau vom Grünen Bündnis zur Grünen Partei übergetreten und hatten damit ein Signal gesetzt. Nun traten in rascher Folge die Grünen Baselland sowie die Grünen Bündnisse von St.Gallen und Luzern zur GPS über. Damit stand das Grüne Bündnis Schweiz vor der Auflösung. Einige Sektionen konnten zumindest kantonale Bedeutung behalten.
Bei den Nationalratswahlen 1991 vermochte die GPS ihren Stimmenanteil weiter zu steigern und erreichte mit 6.1 Prozent 14 Sitze. Im Gegensatz dazu brach das grün-alternative Spektrum ein und erreichte mit 1.5 Prozent nur noch einen Sitz (FraP! Zürich). Zu diesen Wahlen waren die grün-alternativen Gruppen sowie die übrig gebliebenen POCH-Sektionen unter der Bezeichnung Die Andere Schweiz (DACH) angetreten.
