Zur Abwahl von Fernand Cuche
Die Lehre aus Neuenburg ziehen
Die Nicht-Wiederwahl von Fernand Cuche macht mich traurig. Fernand, der mir Freund und Weggefährte geworden ist, hat das sicherlich nicht verdient. Die Niederlage bedeutet zudem, dass in der Neuenburger Regierung die nächsten vier Jahre der grüne Blick und die grüne Stimme fehlen werden.
Die Neuenburger Grünen werden die Wahlen dieses Frühjahrs sicherlich analysieren und daraus die nötigen Konsequenzen ziehen. Ohne alle nötigen Details zu kennen, erlaube ich mir heute schon einige Bemerkungen.
Die Wahlen in Neuenburg waren ziemlich speziell. Im ersten Wahlgang haben sich 30 KandidatInnen präsentiert. Jede Partei ist mit einer eigenen, vollständigen Liste ins Rennen gegangen – ausser die Grünen, welche nur drei Kandidaten präsentiert haben, was geradezu dazu einlädt, die zwei leeren Linien mit KandidatInnen anderer Parteien aufzufüllen. Eine einzige links-grüne Liste im ersten Wahlgang hätte das Desaster sicher verhindert, welches für die Grünen zum Sitzverlust und für Links-Grün zum Verlust ihrer Mehrheit im «Schloss» führte. Die liberal-freisinnige Mehrheit – Inbegriff der Finanz- und Wirtschaftskrise – muss nun beweisen, zu was sie nebst ihren Verleumdungskampagnen fähig ist.
Den Grünen, welche in der Legislative vier Sitze dazu gewonnen und damit die links-grüne Mehrheit im Grossrat gerettet haben, bleibt nun, sich auf ihre parlamentarischen Aktivitäten und die Mobilisierung der Bevölkerung zu konzentrieren, damit die grüne Politik auf der lokalen Ebene umgesetzt und gleichzeitig im Auge behalten werden kann, was weltweit geschieht.
«Der Verlust des Lachens hängt nicht mit einem politischen Mandat zusammen», sagte Fernand am Sonntagabend. Bewahre Dir Dein Lachen trotz einer gewissen Bitterkeit, lieber Fernand, und bleibe in unseren Reihen.
