Spuck noch ein bisschen...
Vulkanissimo!
Tja, und nun legt so ein "kleiner" Vulkan den Flugverkehr von halb Europa lahm, das ist doch was. Plötzlich ist die Welt doch nicht mehr so klein, dass man mal schnell hin und her jetten kann.
Tönt das jetzt nach Schadenfreude? Ein bisschen vielleicht schon. Ich finde es nicht so schlecht, dass wir ein bisschen die Relationen zurückbekommen. Schnell mal ein Weekend nach New York zum Shoppen, kurz eine Woche nach Marrakesch ins Yogalager und noch fünf Tage auf die Seychellen die Seele baumeln lassen.
Doch an die Auswirkungen auf die Umwelt, welche dieser Flugverkehr verursacht, an die denken wir dann mal, wenn wir sie spüren. Oder gar nie?
Die Angst wegen schädlichen Partikeln ist plötzlich gross, dabei ist es schädlicher, an einer Strasse in einer Schweizer Stadt entlang zu gehen, als diese Wolke über uns zu haben. Aber Angst regt ja bekanntlich zum Denken an…
Nun hat der Vulkan in Island dieses rege Treiben auf den Flughäfen gestoppt. 200'000 Tonnen CO2 sparen wir gerade täglich ein, nicht schlecht für den Anfang. Doch es ist leider sicher: Kaum kann wieder geflogen werden, wird dies wieder masslos gemacht werden. Und kommt mir nicht schon wieder mit dem ökonomischen Element, die externen Kosten sind auch nicht internalisiert und den Schaden tragen wir alle.
Eine Kerosinsteuer, CO2-Abgabe, Preisanpassungen usw. wären im Flugverkehr längst fällig. Doch die eigene grenzenlose Mobilität und Bequemlichkeit und den Drang, alles auf dieser Welt in kürzester Zeit gesehen zu haben, werden diese Massnahmen zur Verringerung des Flugverkehrs noch lange verhindern.
Spuck du noch ein bisschen, du kuhler Eyjafjallajökull.
