Unverständlicher Umgang mit dem Wolf

12.08.2010 - Aline Trede

Wolf-Abschuss im Jahr der Biodiversität

Das Männchen des Wolfspaares aus dem Wallis wurde gestern Morgen erschossen. Und jetzt, ist das wirklich besser?

Im Jahr der Biodiversität kommt den Wallisern nichts Besseres in den Sinn, als den einen Wolf in der Schweiz zum Abschuss frei zu geben. Nun heisst es, das Weibchen sei in Sicherheit, da der Abschuss nur für einen Wolf frei gegeben wurde. Ich warte darauf, dass morgen aus dem Wallis die Meldung kommt, auch auf den zweiten Wolf dürfe nun geschossen und damit die Wölfin ebenfalls erlegt werden.


Naturschützer versuchen seit Jahren, Adler, Luchse, Wölfe usw. in der Schweiz wieder anzusiedeln. Es ist wirklich deprimierend, wenn jedes Tier, welches lange nicht hier war, sofort zum Abschuss freigegeben wird, wenn es mal in die Schweiz kommt.
 

Um die Herdentiere zu schützen, gibt es andere Wege, zum Beispiel einen besseren Herdenschutz. Nationalrätin Franziska Teuscher hat dazu einen Vorstoss eingereicht. Leider gibt es zum Thema noch andere Vorstösse, die in der Herbst- oder Wintersession diskutiert werden, und die meisten wollen dem Wolf an den Kragen.


Der Bund müsste hier mehr Verantwortung übernehmen und die Sache besser abwägen. Entschädigungen zahlen, wo sie nötig sind, und die Biodiversität - egal in welchen Bereichen - fördern, wo immer es geht. Das Schlimmste ist, Geld in etwas zu stecken, was später abgeschossen werden darf. Aber so weit sind wir zum Glück noch nicht. Verständlich ist diese Geschichte aber echt nicht.
 

7 Kommentare

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Kommentare

Wann kommt der Mensch-Abschuss?

Von der Gesinnung her erinnert mich das ignorante Jägerverhalten an den Spruch eines Mannes aus der Jägerszene: Solche Leute wie euch muss man irgendwann einmal erschiessen.
Ich war lange nicht mehr im Wallis, lange nicht mehr im Bündnerland. Ich will nicht riskieren, gleich behandelt zu werden wie Wolf, Luchs und anderes Getier. Sollen Personen diese Regionen am Leben erhalten, welche den Mut haben, sich unter diesen Killern zu bewegen.
Kirchgraber Stefan | 12.08.2010

Der Wolf in der Schweiz

Aline schreibt... versuchen seit Jahren den ..Wolf wieder anzusiedeln. Wichtige Korrektur: Der Wolf wird von niemandem angesiedelt! Das wurde uns zu Beginn vorgeworfen, dass der Wolf ausgesetzt werde (wie den Luchs). Aber alle Wölfe sind von Italien und Frankreich eingewandert und wenn sie sich hier etablieren, dann tun sie das nur, weil ihnen dieser Lebensraum passt. Das ist ein wichtiges Faktum in der ganzen Diskussion. Die GWS und div. Naturschutzorganisationen setzen sich seit vielen Jahren dafür ein, dass der Bund den Wolf weiterhin schützt und Massnahmen zum Herdenschutz und Betreuung der Herden (auch ein Tierschutzanliegen und ökologisch wichtig) ergreif resp. den Herdenschutz als vergessene Tradition hier in der Schweiz wieder einführt. Aber dafür brauchte es die Zucht von Herdenschutzhunden und es müssen Hirten gefunden werden werden. Und dann müssen Herden zusammengelegt werden, Alpen gemeinsam und abwechselnd bestossen werden etc. Das verlangt eine Umstellung der mit Millionen! subventionierten extensiven Zusatzerwerbsschafhaltung hin zu einer ökologischeren, tiergerechteren Herdenschafhaltung. Und dass hier viele Politiker lieber nach dem Zepter ihren Subventionsempfänger blöcken und den Wolf abschiessen wollen ist mehr als bedauerlich. Sie vergessen, dass es die Ausserwalliser sind, die die Subventionen bezahlen und als Touristen Geld bringen. Jetzt fliegen sie noch nach Amerika um Wolfs- oder Bärengebiete zu besuchen.
Alle sollen die GWS Petition unterschreiben um zu demonstrieren, dass wir den Wolf in der Schweiz begrüssen!http://www.thepetitionsite.com/1/wolfsschutz
Werner | 16.08.2010

Die Erde, nicht das Wallis brennt!

Als Biobauer der selber jahrelang von Schwarzwildschäden (nur an Wiesen und Felder und nicht an emotional stärker verbundenen Schafen und Rinder) geplagt war, begreife ich die Wut und Unfreundlichkeit der Hirten gegenüber dem Wolf. Einmal mehr werden uns Bauernfamilien, die mit Abstand in der Schweiz die schlechtesten Stundenlöhne haben, in diesem Zusammenhang Millionenschwere Subventionen vorgehalten. Wir noch 3% Bäuerinnen und Bauern haben es einfach satt, für die anderen 97% mit immer mehr Konsum- und Freizeitwahn, mit dem sie die ganze Erde zum Brennen bringen, das ökologische Gewissen zu beruhigen. Solang ihr 97% es nicht schafft, wirtschaftliche Verhältnisse zu schaffen die es uns Bäuerinnen und Bauern ermöglicht gerechte Preise zu erzielen und einen Herdenschutz aufzubauen der diesen Namen wirklich verdient, solange unterstütze auch ich den Abschuss von Wölfen die Schafe und Rinder reissen. Der Anblick des toten Wolfes hat auch mir weh getan. Der Anblick der gerissenen Rinder aber mehr. Beides ist für mich als Grüner aber Mumbitz gegenüber der Bilder der brennenden beziehungsweise überschwemten Erde. Bitte liebe Parteikolleginnen und Kollegen wendet euch der wirklich Grünen Probleme zu.
Felix Lang, Stüsslingen (SO) Kantonsrat, Präsident Uniterre Nordwest, Co-Präsident BIO NWCH
anonymous | 16.08.2010

Wirklich grüne Probleme

@ anonymus: So wie's aussieht, können nur wenige in diesem Blog neue Themen bringen. Vielleicht hättest du ja selber Vorschläge was ein grünes Problem sein soll.

@ Blogbetreiber: Könnte man eine Art 'wild blog' zusätzlich dazulinken?
Die SVP hatte mal eine Homepage mit einem Blog, da konnten alle selber eigene Themen bringen. War auch für mich als Grüner interessant, obwohl gewisse Beiträge etwas gewohnheitsbedürftig sind und die besten Beiträge wieder herauszensuriert wurden.
Aber wenn man das Ganze etwas kolligial, aus Distanz und mit Humor nimmt, kann ein echter Austausch stattfinden, auch wenn mal jemand eine Frustreaktion schreibt. Immerhin hat die SVP dieselben grünen Farben wie die Grüne Partei. Gute Ideen dürfen der SVP ruhig gekapert werden ;-).
Kirchgraber Stefan | 16.08.2010

der Wolf in der Schweiz - grünes Thema

Der Wolf und unser Umgang mit ihm und den anderen Prädatoren ist ein sehr grünes Thema! Die Art wie wir in der Schweiz die Nutztiere halten und das Land nutzen, betrifft uns Grüne. Weil der Wolf, Bär, Luchs unsere Nutztierhalter zwingen, ihre Tiere besser zu betreuen, zu kontrollieren und zu hüten, kann endlich auch die teilweise unökologische Alpbewirtschaftung und tierschutzwidrige Vernachlässigung der Weidetiere verbessert werden. Heute werden manche Herden im besten Fall wöchentlich kontrolliert, was heisst, dass verletzte Tiere (gebrochene Gliedmassen, Schwergeburten, Stoffwechselstörungen etc...) tagelang ohne Hilfe leiden müssen. Jeder Tierarzt aus dem Berggebiet kann über solche Fälle berichten. Dass durch ungehütete Schafe, die sich über weite Gebiete verbreiten, die Alpvegetation regional übernutzt werden, die Nutztiere zu Konkurrenten der Wildtiere und zu Ueberträgern von Krankheiten werden ist ein anderes Problem. Dieser massive Eingriff in das empfindliche Oekosystem unserer Alpen ist doch auch ein Grünes Thema! Und dass die schweizer Berglandwirtschaft für unsere Ernährung eine Rolle spielen könnte, ist auch ein Grünes Thema. Und dass sie es nicht mehr spielt (wer nutz Wolle oder isst Schaffleisch aus dem Wallis?) ist erst recht ein Grünes Thema (Import von subventionierten Nahrungsmitteln, Aufhebung der Zollschranken für Grundnahrungsmittel etc).
Genau aus diesem Grund sollten wir uns mit der natürlichen Rückkehr vom Wolf befassen und es als Chance für eine Verbesserung der Nutztierhaltung in den Alpen nutzen. Im Interesse der Landwirte, der Tiere und unseres Oekosystems.
Die Petition der Gruppe Wolf Schweiz GWS läuft noch: http://www.thepetitionsite.com/1/wolfsschutz
Wir Grünen haben in Sachen Schweizer Landwirtschaft und Grundversorgung noch viel zu tun!
anonymous | 26.09.2010
@Werner, danke, war natürlich falsch formuliert.
@Stefan, ich schau mal mit dem "Blogbetreiber"
Aline Trede | 01.10.2010

Il cornuto

Hät da Staibogg, wo vomana andara Hörnär ufgsetzt kriagt hät (so sait ma, wänn ainäm s'Wiibli vomana andara isch gvööglat worda), zu sinam Näbatbuhlär gsait: "Häscht jo sälbär Hörnär!"

"Häscht gsächa geeganüüber dia Wuliga döt? Wia aifach d'Zwaibainer zu ihram Frässa khömmend! Khumm, mir wärdand jetzt au zu Flaischfrässär! Dänn khriagad mir au soona Buuraniivau!"

"Du, hät dä Jeeger döt an Iivau? Dä kriagt üs jo nöd amool mit sinära Jagdprotheesa! Ahaa, strängär worda, das Ganzi, ahaa. Dänn ischt är aaber hoffäntli sichär au no Schoofpuur!"
Kirchgraber Stefan | 08.05.2011
Mitgliederzeitschrift Greenfo
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