Kontraproduktive Preiserhöhungen

05.08.2010 - Franziska Teuscher

Anreiz zum Umsteigen zunichte gemacht

Heute habe ich im Zug gehört, wie zwei Fahrgäste einen Bericht in einer Pendlerzeitung kommentierten: "Da wollen sie, dass wir auf den öffentlichen Verkehr umsteigen, und jetzt machen sie ihn teurer. Ich kaufe bestimmt kein GA mehr, ein Streckenabo genügt. Den Rest fahre ich mit dem Auto."


Diese typische Reaktion der zwei Pendler auf die von den öffentlichen Transportunternehmen angekündigten Tariferhöhungen ist verständlich. Da wird das Angebot des öffentlichen Verkehrs laufend ausgebaut, um mehr Leute zum Umsteigen zu bewegen. Gleichzeitig sollen die Preise für die Fahrkarten und Abonnements steigen. Auf diese Weise wird der Anreiz zum Umsteigen zunichte gemacht. Die Bevölkerung versteht das nicht, und selbst der Preisüberwacher kritisiert die mangelnde Transparenz bei den Bahnbilletpreisen.


Die Strassen verursachen rund sechs Milliarden Franken ungedeckte Kosten pro Jahr. Bei der Schiene sind es lediglich 0,5 Milliarden Franken. Somit ist die Kostendeckung - die Kosten der Umweltverschmutzung und der verursachten Unfälle mit einberechnet - bei der Strasse (91%) weit schlechter als bei der Schiene (96%).


Wir können aber von den öffentlichen Transportunternehmen auch nicht immer ein besseres Angebot und dichtere Fahrpläne verlangen, ohne für zusätzliche Finanzen zu sorgen. Doch bevor die Fahrgäste zur Kasse gebeten werden, soll zuerst einmal die Strasse für all ihre Kosten aufkommen. Es braucht also eine Umverteilung der Gelder von der Strasse auf die Schiene.


Genau dies fordert die "Initiative für den öffentlichen Verkehr", für die noch bis zum 17. September 2010 Unterschriften gesammelt werden. Sie verlangt, dass die Hälfte und nicht mehr nur ein Viertel der Gelder aus der Treibstoffsteuer für die Infrastruktur des öffentlichen Verkehrs verwendet werden. Haben Sie die Initiative schon unterschrieben? Wenn nicht, dann holen Sie das schnell nach!


www.aufgleisen.ch
 

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Wie die Bahn auch konkurrenzfähig wäre

Welche grün/rot regierte Gemeinde führt das Existenzsichernde Grundeinkommen ein? Dann erübrigen sich solche Themen und Berechnungen, die
Bahn hätte bald keine Nachteile gegenüber der Strasse mehr.

http://suvivalstgallen.pbworks.com/DiskussionsstandTheoretisch
Kirchgraber Stefan | 08.08.2010
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