Unmenschliche Verunsicherung der Sans-Papiers

05.01.2011 - Aline Trede

Menschenunwürdiger Umgang mit Sans-Papiers

Noch vor kurzem hat der Nationalrat beschlossen, dass jugendliche Sans-Papiers eine Lehre absolvieren können. Ein erfreuliches Zeichen, denn nicht auch noch die Kinder und Jugendlichen von Sans-Papiers sollen unter dem papierlosen Status leiden.


Nun hat jedoch eine Arbeitsgruppe mit Mitgliedern der AHV, des Bundesamtes für Migration und des Bundesamtes für Sozialversicherungen hanebücherne Vorschläge gemacht. Die AHV soll neu helfen, Sans-Papers ausfindig zu machen. Es gibt heute in der Schweiz Sans-Papiers, welche AHV abrechnen. Nun sollen diese doppelt bestraft werden. Diese dubiose Arbeitsgruppe überlegt sogar, ob Schulen zu Denunziantinnen werden sollten.


Ich finde diesen Umgang mit Sans-Papiers menschenunwürdig. Stellen Sie sich vor, Sie seien eine Mutter, ohne Papiere. Vor Kurzem haben Sie aufgeatmet, da Sie eine Zukunft für Ihr Kind gesehen haben. Schulabschluss, Lehrstellen. Nun kommt eine neue Verunsicherung. Kann ich jetzt mein Kind nicht mal mehr zur Schule gehen lassen?


In der Stadt Bern wurde zum Schutz dieser Kinder ein Vorstoss überwiesen: Die Schule darf nicht zur Denunziantin werden. Und auch die AHV soll bei ihrem Kerngeschäft bleiben.


Die Bundesämter sollen mit der Verunsicherung der Sans-Papiers und ihrem Umfeld aufhören. Gedanken über die Regularisierung sollten sie sich machen, das hilft mehr!

3 Kommentare

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Kommentare

The Wall Revival

Ein Paradebeispiel, wie bürgerliche Politik mit dem entsprechenden Setzen von Rahmenbedingungen Institutionen zu missbrauchen versucht und Mütter unter Druck gesetzt werden. Die Wahrscheinlichkeit erhöht sich so, dass Mütter in Angst erziehen im Sinne von falsch erziehen.

Vielleicht ist einigen noch der Film The Wall in Erinnerung, wo die bürgerliche Mutter als Ursprung der Gewalt hingestellt wird.

Sollen unsere Kinder zu abhängigen Kriminellen und Sklaven herangezogen werden? Im Namen der Wirtschaft und der Altersvorsorge?

http://www.ignoranz.ch/forum/4_4247_0.html
Kirchgraber Stefan | 09.01.2011

Wie sieht die grüne Migrationspolitik eigentlich aus?

Es wäre wahrlich absurd, Kindern, die hier aufwachsen, den Schulbesuch zu verwehren.
Ich frage mich allerdings seit längerem, ob die Grünen auch so etwas wie eine kohärente Migrationspolitik haben.
Damit meine ich, nicht nur zu fordern, die Sans-Papiers zu legalisieren, sondern die Idee zu Ende zu denken. Wenn man automatisch jede illegal anwesende Person legalisiert, kann man geradesogut alle einreisen lassen. Eine Kontrolle an der Grenze, die völlig fallen gelassen wird, sobald jemand einmal die Grenze überschritten hat, ist absurd und fördert höchstens die Schlepperindustrie.
Es gibt Leute, die finden, man solle alle einreisen lasse, um ihr Glück zu versuchen, aber man solle diejenigen, die scheitern, dann auch gnadenlos ihrem Schicksal überlassen. Ich glaube kaum, dass so eine Vorstellung mit grüner Sozialpolitik vereinbar ist!
Freie Einreise für alle würde also auch heissen: freier Zugang zu Sozialwerken, Gesundheitsversorgung, Schule, u.s.w.
Es wäre ja schön, wenn so etwas realistisch wäre, aber es ist ist es nicht. Die Zustimmung zu einer einseitigen weltweiten Personenfreizügigkeit dürfte in der Schweiz (wie auch in anderen Industieländernwohl) im tiefen einstelligen Prozentbereich liegen. Und was keinerlei Realisierungschancen hat, nützt auch den Immigranten nichts!
Ich wünschte mir, die grünen Diskussionen zur Migrationspolitik würden auch vor unangenehmen Fragen nicht halt machen.
Man würde wohl schon eine recht passable Diskussionsgrundlage erhalten, wenn man von den neusten FDP-Vorschlägen (die Ausländer holen, die unsere Wirtschaft braucht) das genaue Gegenteil nehmen würde!
anonymous | 19.01.2011

Nicht anonym

Mein Kommentar von gerade vorhin wurde, obwohl ich mit Namen angemeldet bin, irrtümlich unter "anonymous" herausgegeben.
Daniel Heierli, Grüne Zürich
daniel heierli | 19.01.2011
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