Bedenkliche Wahlabstinenz der Jungen

06.10.2011 - Ueli Leuenberger

Junge, geht wählen!

Gemäss einigen Umfragen haben nur 20 Prozent der Jungen zwischen 18 und 35 Jahren die Absicht, an den eidgenössischen Wahlen vom 23. Oktober 2011 teilzunehmen. Dieses Desinteresse der Jungen an der künftigen Zusammensetzung des Parlaments muss uns aufrütteln. Die Zukunft gehört genau diesen jungen Menschen. Die Frage ist nur: Welche Zukunft? Sie haben es in der Hand, dies zu beeinflussen. Haben sie denn überhaupt keine Lust, die politischen Entscheidungen der nächsten vier Jahre zu beeinflussen – Entscheidungen, die Konsequenzen für ihr Leben haben werden?

 

Die nächsten Tage müssen wir sie ansprechen, in den Strassen, in den Schulen, in den Firmen, in der Familie, unter Freunden und in der Nachbarschaft. Denn wahrscheinlich lesen sie unsere Blog-Einträge nicht.
Als Präsident der Grünen frage ich sie natürlich, ob sie die Gefahr durch die AKW nicht beschäftigt und ob der Atomausstieg der Schweiz nicht ein Thema ist, das sie direkt betrifft. Das Gleiche gilt für die künftige Energieversorgung, die Ressourcenverschwendung und die Unsicherheit und Bedrohungen, die aus der Finanz- und Wirtschaftskrise entstehen. Und was ist mit den Milliarden-Investitionen für unnötige Kampfjets und für eine überdimensionierte Armee, welche orientierungslos auf der Suche nach neuen „Feinden“ ist? Was ist mit ihrer beruflichen Zukunft, mit der Qualität des „Zusammenlebens“ in unserem Land, mit unseren Beziehungen zur Rest der Welt – interessiert sie diese Themen nicht?

 

Es ist das neue Parlament (mit den National- und Ständerätinnen und –räten, welche am 23. Oktober gewählt werden), welches über zahlreiche neue Gesetze und Massnahmen bestimmen wird. Es nützt nichts, sich im Nachhinein darüber zu beklagen, wenn das Wahlrecht vorher nicht genützt worden ist.

 

Also: das graue Wahlcouvert öffnen, die gewünschte Wahlliste für den Nationalrat auswählen (… natürlich die Grüne!), den Wahlzettel für den Ständerat ausfüllen, die Wahlkarte unterzeichnen, das Ganze frankieren und in den Briefkasten werfen. Das Ganze dauert weniger als fünf Minuten!

 

Darum mein Appell an die Jungen: denkt nach, handelt und wählt!
 

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